Kultur & News

Wo Himmel und Erde sich berühren

Kunst, Tanz und Weltmusik in gelöster Atmosphäre

von Katja Tschirwitz
 

Sanft ins Heute geholt und für die Öffentlichkeit erschlossen, könnten die beiden Orte kaum unterschiedlicher sein. Und haben doch viel gemeinsam. Ihre Geschichte: Jahrhunderte alt. Ihre Architektur: perfekt in die umgebende Natur eingepasst. Ihre Wirkung: Tschüss, Alltag! Sowohl Schloss Homburg als auch Park und Tagungshaus Himmelspforten Würzburg sind nicht nur einen Ausflug wert, sondern auch wundervolle Veranstaltungsorte.

An den Zellerauer Mainwiesen, mit herrlichem Blick auf den Würzburger Stein, liegt das Tagungshaus Himmelspforten – diskret, doch zugänglich. Das ehemalige Kloster atmet noch heute Ruhe und Gelassenheit, auch wenn es mittlerweile für Veranstaltungen und Seminare genutzt wird. Die historische Bausubstanz harmoniert mit modernen Elementen, Skulpturen und Mäuerchen strukturieren den Park, der mit Wiesenflächen und romantischen Nischen zur Ruhe einlädt. Wer von außerhalb anreist, ist als Übernachtungsgast willkommen: Alle Zimmer versprechen einen Blick ins Grüne, die lichte Kapelle im Obergeschoss bietet Raum für Rückzug und Meditation.

Ein ganzes Juli-Wochenende lang greifen Musik, Kunst und Kultur den sanften Charakter des Geländes auf. „Wo Himmel und Erde sich berühren“ (Fr., 08. Juli): In der Kilianskapelle liest und spielt Markus Grimm aus seinem Roman „Vom Suchen und Finden der Freiheit“, dazu flirrende Harfenmusik von Evelyn Huber und die Mitmach-Ausstellung „Bibel & Brot“. Tags darauf erwacht im Park das ausgelassene Lebensgefühl der Karibik: Ein farbenfrohes Kulturfest (Sa., 09. Juli) mit Salsa-Schnupperkurs, kubanischen Leckerbissen, Zigarrenlounge und Ruedashow garantiert Lebensfreude pur – die beim Abendkonzert mit Son del Nene & Band – The Sons of Buena Vista ihren Höhepunkt erfährt. Zum Abschluss spürt die Simon & Garfunkel Revivalband (So., 10. Juli) mit „Sound of Silence“ dem legendären Central Park Concert nach.

 

Eine Woche später, 25 Kilometer weiter westlich: Mit Blick über Main, Weinberge und Spessart, reich ausstaffiert mit fränkischem Fachwerk, thront die Homburg zwischen Frankfurt und Würzburg heute als „Schloss“ auf ihrem Tuffstein-Felsen. Ihre exponierte Lage verlieh ihr vor 1000 Jahren den Namen „Hohenburg“. Ob Druckwerkstatt oder Atelier, Kammerkonzert oder Sommerakademie: die Kunst hat hier ihren festen Platz. Mit Cuba Boarisch 2.0 – Leo Meixners Cubavaria fegt am Samstag, 16. Juli, internationaler Sommerwind über den Schlossplatz. Die bayerisch-kubanische Truppe serviert Salsa, Son & Volxmusik: Schuhplattler flirtet mit Rumba, Alpensee liebt Pazifik!

Vorher lockt die Homburger Papiermühle: Wo bis 1975 noch dicke Walzen rotierten und feuchte Papierbögen im Trockenboden wehten, ist heute ein lebendig gestaltetes Museum zuhause, das die einstigen Produktionsstätten mit ihren Originalmaschinen präsentiert. Und auch das ortsansässige Weingut Huller freut sich über Gäste …

Katja Tschirwitz
Kulturjournalistin & Moderatorin

Als Kulturvermittlerin spreche ich über Musik, Bildende Kunst, Tanz und Literatur, aber auch über Kulinarik und Umweltthemen. Ich moderiere Veranstaltungen und Diskussionen, schreibe Fachartikel und Websitetexte. Gerne verflechte ich verschiedene Themen auch miteinander – es hängt doch alles irgendwie zusammen. Meine Arbeit gründet sich auf zwei fundierte Studiengänge: meinen Master of Music („Konzertpädagogik/Musikvermittlung“) und mein 1. Staatsexamen für Lehramt an Gymnasien (Musik).